Wandel

Meine Schmerzen haben keine Namen
Alles in mir fällt aus dem Rahmen
Nach außen hin bin ich intakt
Innen vollkommen abgewrackt

Rettung naht, sieht mich leiden
Ich flehe sie an, mich zu meiden
Schaffe alles ganz allein
Auch der Untergang soll meiner sein

Gehe auf mich selbst gestellt
Verbrannt und hoffnungsvoll in eine neue Welt
Werde dort nicht allem misstrauen
Mit Anderen mich neu aufbauen

Intern demontiert
Zukunftsorientiert

Überspannt

Bin zerrissen in kleine Teile
Meine Seele ist keine seit einer Weile
Kann mich nicht sehen, riechen, schmecken, spüren
Meistens nicht mal mehr von der Stelle rühren

Hole mir manchmal Licht herein
Trifft das auf das Dunkle, möchte ich schrei’n
Erleuchtet – geblendet
Kurzschluss – beendet

Gefühlswissenschaft

Ich sagte ihm: Ich bin verliebt! Schon ganz lange.
Er brach nicht in Jubel aus – mir wurde etwas bange.
Meine Fahne fiel wehend von der Stange.

Die Nachricht traf ihn wohl schwer.
Er begann zu resümieren:
Ich würde stärker fühlen als er.
Mein Gehirn fing an sich zu amüsieren.

Wie kann man denn Gefühle messen?
In Metern, Volt, Liter, Volumen oder Ampere?
Ihn danach zu fragen habe ich vergessen.
Es geht bestimmt nach dem Grad der Schwere.

Später hab ich zu Ende gedacht:
Nur weil er mich gar nicht begehrt,
hat er diese Feststellung gemacht.
Mein mathematisches Wissen ist doch nicht verkehrt?

Alles über Null ist mehr.
Das Resultat bedaure ich sehr,
trifft mich jetzt ziemlich schwer.

An meine Schwester

Da sich hier die Spannung zu erhöhen scheint, vorab eine Warnung!

An meine Schwester

Deinen Vater kenn ich nicht
Meinen wollen wir vergessen
Hat uns durchdringend versehrt
Beide nur von biologischem Wert
Das liegt allein in unserem Ermessen

Unsere Mutter ist noch da
Hat jetzt den dritten Mann
Unseren Vätern sehr ähnlich
Somit unversöhnlich
Wie man sich denken kann

Ein drittes Kind kam nicht hinzu
Präventiv vorausschauender Blick
Sie würden sonst reichen nie
Die Plätze der Psychotherapie
Dank der Gesundheitspolitik