Im Fasching
- At Oktober 14, 2023
- By herberth
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Im Fasching, da misslingt die Stille.
Die Mainzer singen und sie lachen.
Bekanntlich steigt auch die Promille.
Man greift beschwingt zu scharfen Sachen.
Girlanden schmücken einen Tresen.
Der Kappenabend dauert Tage.
Es ist noch nie so schön gewesen.
Das artet aus zum Zechgelage.
Auf allen Straßen herrschen Narren.
Die Straßenbahn, die muss sich fügen.
Stattdessen fahren bunte Karren,
und wie man sieht, es macht Vergnügen.
Konfetti regnet auf das Pflaster.
Und Bonbons rieseln in die Menge.
Man liebt das Schunkeln und das Laster.
Helau, Gewimmel und Gedränge.
Dann wird der Karneval begraben.
Den Kater, den wir gestern hatten,
den werden wir auch morgen haben.
Und er stellt alles in den Schatten.
Roman Herberth
Abschied
- At Oktober 14, 2023
- By gmk
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Abschied
Manchmal ist so, als ob die Sonne nicht mehr scheinen könnte, das Licht ist erloschen die Hoffnung steigt in das Dunkle, Stille des Nichts. Es bleibt der Schmerz in jedem Teil in mir und ich steige hinab in mein Innerstes ihn zu finden und auszulöschen. Ich finde ihn nicht in all den finsteren, kalten Gängen treppauf treppab von Raum zu Raum. Nichts nichts was ich zu bekämpfen, zu erschlagen, zu vernichten vermag. Nirgendwo ein bisschen Licht, ein wenig Wärme die Bilder verrinnen, verschmelzen mit dem kalten Stein auf dem meine Schritte hallen und das Echo wirft das Schweigen zurück von weit entfernten Mauern. Regen vom Gewölbe mit glasklar glänzenden Tropfen ohne Farbe, kein Schimmer von Leben nur Abglanz der kristallinen Leere. Ganz weit unten, dann finde ich ihn nicht das Gefühl der Ohnmacht, nicht die Albträume des Verlusts, nicht die Angst vor dem alleine Sein einen Ast, den Ast der einst an einem prachtvollen, ins Unendliche reichenden, kraftvollen, blütenbedecktem Baum bereit war Früchte zu tragen – verkrüppelt, knorrig, eingetrocknet mit toten Blättern, verwelkten, grauen Blüten die einst beginnen wollten die Zukunft zu füllen.
Die letzte Spur.
Zu spät.
Fort.
Wenn der Schmerz geht bleibt das von ihm ausgehöhlte Selbst.
inside you I found a universe
inside me is now a hole as big
Der Ofen ist aus
- At Oktober 14, 2023
- By herberth
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Der Ofen ist schon lange aus.
Und im Kamin, da brennt kein Feuer.
Ich finde mich im Schneckenhaus.
Die Sehnsucht wünscht sich Abenteuer.
Es fehlt sogar die Wut im Bauch.
Ich höre Kirchturmglocken schlagen.
Und stehe förmlich auf dem Schlauch.
Und muss mich, wie ich bin, ertragen.
Was mir geschieht, das ist kein Traum.
Es fehlen Tränen, um zu weinen.
Die Post geht ab im Nebenraum.
Die Sonne will für mich nicht scheinen.
Gefallen in ein tiefes Loch.
Und das durchkreuzt die Zukunftspläne.
Ich hoffe im Geheimen doch,
Bald zeige ich erneut die Zähne.
Im Hühnerstall
- At Oktober 14, 2023
- By herberth
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Im Hühnerstall
Wenn der Gockel kräftig kräht,
purzeln Hennen von den Stangen.
Manche denken: Was so spät!
Doch der Tag hat angefangen.
Katzenwäsche in dem Sand.
Aufgeplustert das Gefieder.
Hennen halten nicht den Rand,
Und sie gackern immerwieder.
Eine Blinde sucht ein Korn.
Endlich hat sie eins gefunden.
Und verraucht ist nun ihr Zorn.
Dabei hat sie Glück empfunden.
Nach dem Picken wird es Zeit.
Keine fragt warum, weswegen.
Selbst der Gockel weiß Bescheid.
Auf ins Nest zum Eierlegen.
Aller Anfang, der ist schwer.
Jede hat sich abgerackert.
Freude herrscht dann hinterher.
Und nach Abschluss wird gegackert.
Damit tuen Hennen kund.
– und sie werden Jahrmarktsschreier.
Später halten sie den Mund.
Denn sie wärmen ihre Eier.
Hennen sind im Hühnerhaus.
Alle sitzen auf den Stangen.
Eine knipst die Lichter aus.
Denn die Nacht hat angefangen.
Fest bei Jens
- At Oktober 14, 2023
- By kdw
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Abseits von Lärm und Gerede,
sitze ich im Dämmerlicht
des Mondes,
der blutrot über den Dächern steht
und versuche[inspic=4,right,,160]
meine Gedanken,
meine Gefühle
zu ordnen.
Ich möchte
tanzen,
aus mir gehen
und weinen.
Bruchstücke,
die nicht zusammenpassen
liegen vor mir.
Wie halte ich es nur
mit mir
aus?
geschrieben 1987