Das gute Schreiben
- At Oktober 14, 2023
- By Admin
0
… allein reicht also zum Schriftsteller nicht aus. Bedeutungsvoller erscheint mir ein inneres Beschaffensein, eine Verhaltensweise, die kein Schriftsteller missen kann und missen mag, die den damit behafteten jedoch so quält, daß er gern andere Menschen davor bewahrt sehen möchte. Es ist die „Begabung“, stärker mitzuerleben als die meisten Menschen, in Freuden und Leiden mit ganzer Seele hineingerissen zu werden, gleichzeitig aber das freudig oder schmerzhaft Erlebte kalt, nüchtern, scharf und genau zu beobachten. Seele und Geist in heftigem Widerstreit, gleichwohl an ein und demselben Vorgang tätig. Eine schwer zu ertragende Einheit im Zwiespalt – furchtbar und fruchtbar in einem.
aus „Grundlagen und Technik der Schreibkunst“, Otto Schuhmann
Die Möve Jonathan
- At Oktober 14, 2023
- By Admin
0
„Oh Fletcher, den Mob liebt man nicht!
Man liebt nicht den Haß und das Böse, natürlich nicht.
Da bist Du noch unerfahren, Du mußt Dich ständig bemühen,
die wahre Möwe, den guten Kern in jeder Einzelnen von ihnen
zu erkennen. Du mußt ihnen helfen. Du mußt ihnen helfen,
sich selbst zu sehen.
Das meine ich mit Lieben.
aus „Die Möwe Jonathan“
Widerstand
- At Oktober 14, 2023
- By kdw
0
Heute,
am späten Nachmittag,
als ich von
rauchigem Geschwätz betrunken
die Wohnung eines Freundes fluchtartig
verlasse,
fühle ich eine erstickende Übelkeit
in mir…
fühle die unbeschreibliche
Oberflächlichkeit,
und frage mich,
wie ich es nur so lange
ausgehalten habe –
zu heucheln, anstatt
mich selbst
zu zeigen.
Einsamer Morgen
- At Oktober 14, 2023
- By alive-47
0
Hab‘ schon lange wach gelegen, meine Decke hält nicht warm. Würd‘ mich gern zu Dir bewegen, hielt‘ Dich gern in meinem Arm. Deine Glut würd‘ ich empfangen, Farben, Feuer speien, und – wie der ganze Rhein in Flammen, gierig sein. Nach Deinem Mund. Doch Gedanken gehen weiter, steh’n nicht still, es soll gescheh’n, wollen auf der Feuerleiter, zum Zenit der Hitze geh’n. Atemstillstand. Nur ein Stöhnen, aus der siedend heißen Glut. Schreit, verlangt nach neuen Tönen, Lavaströme, Sturm und Flut! Und ich bebte, ja ich lebte, spürte Haut und Haar von dir. Bis ich merkte, dass ich schwebte, du warst viel zu fern von mir.
Ein Freund
- At Oktober 14, 2023
- By theresia
0
Vom Schicksal verwöhnt, von Glanz umgeben,
von Menschen geachtet genießt du dein Leben.
Du bist sehr beliebt und niemals allein,
Liebe und Freundschaft hüllen dich ein.-
Dann kommt der Tag wo das Schicksal sich wendet
und all deine glücklichen Stunden beendet.-
Krankheit und Sorgen,- Kummer und Leid
hält nun der Alltag für dich bereit.-
Du hast stets gegeben deine Taschen sind leer.-
Wo sind jetzt die Freunde?- Du hast keine mehr.-
In all deiner Not hat man dich vergessen,
waren das Freunde die du besessen?
Du schaust dich jetzt um,- verzweifelt und bang,-
blickst dann in zwei Augen die lächeln dich an.-
Zwei Arme strecken sich dir entgegen,-
sie lassen dich echte Freundschaft erleben.