Gezählte Stunden der Nacht
- At Oktober 14, 2023
- By nachtigall
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Gezählte Stunden der Nacht,
in jener, in dieser,
der Mond,
er stieg über den Hügel
meiner Hand,
lachte er in meinen Traum
irgend welche Kapriolen
von Ringelblumen,
wo ich doch von Rosen
und Palmen träumte.
Gras wuchs im Dunkeln,
Sterne flunkerten
in meinen Mundwinkeln
und Augenräumen.
Nacht, du nahmst meinen Körper
in deine Stunden
und ich hielt dich wach in meinem Schlaf.
Manchmal
- At Oktober 14, 2023
- By udo
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Nur manchmal gelingt es die Erde zu berühren und
sich geeint mit ihr zu drehen.
Oft aber ist es, als ob wir abgehoben und
alleine stille stehen.
Gelähmt versuchen wir zu schreien,
doch kein Laut dringt über unsere Lippen.
Geschmeidig wiegt sich die ferne Welt im Rhythmus des Lebenswindes.
Nur wir verharren steif und hart.
Manchmal ist es leicht die Ängste los zu lassen und
dem Ruf des Lebens blind zu trauen.
Manchmal aber ist es, als ob ein böser Clown mit uns spielt und
keifend lacht.
Betonstadt
- At Oktober 14, 2023
- By udo
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Flehentlich strecken schwarze Bäume
ihre dürren Äste in den fahlen Himmel.
Über dem nassen Asphalt
fliehen blasse Menschen.
Betonfassaden drohen schwer und
alles Leben scheint mit zähem Blei bedeckt.
In ein kaltes Meer sind wir gesunken,
das Ufer unerkennbar fern.
Teufelsbrut
- At Oktober 14, 2023
- By kdw
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Eine Kurzgeschichte über die Frage „Sind wir alleine im Weltall?“ oder „Wo kommen wir her?“
Irgendwann einmal mußte eine unbekannte hochentwickelte Rasse den Weltenraum besiedelt haben.
Noch heute streiten sich die Wissenschaftler darüber. Doch man ist sich sicher, daß es der Samen des Bösen war, den sie verstreuten.
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Wir hatten uns viel versprochen von dieser Reise zu den Sternen. Es war der weiteste Raumflug, den der Mensch bislang gewagt hatte. Und endlich nach knapp sieben unendlich langen Jahren erreichten wir unser Ziel: Das 4,9 Parsek entfernte TAU CETI!
Schon vor einem Jahr hatten wir festgestellt, daß er sechs Planeten besaß. Davon wiederum mußten drei in der Lebenszone liegen. Das ist der Bereich, in dem, der Name sagt es schon, Leben existieren könnte.
Wir umrunden die gelbrötliche Sonne und finden zwei der Planeten. Tod! Verbrannt!
Wir versuchen es woanderst.
Ein Planet mit Ringen, er liegt in der Lebenszone. Er hat Ringe?
Die Geräte sprechen an. Es ist ein Sauerstoffplanet!
Wir sind voll Freude und Hoffnung, weil wir einen scheinbar bewohnbaren Planeten gefunden haben… Eine Insel im Sternenmeer.
Er ähnelt in gewisser Hinsicht dem Mars, doch die Rote Färbung beunruhigt uns nicht weiter. Die Ringe jedoch sind anderst als die des Saturn. Trümmer über Trümmer!
Langsam werden wir mißtrauisch. Wir empfangen keine Radiowellen, kein Anzeichen von Leben … nichts.
Das Einzige das wir messen, ist Strahlung radioaktiver Isotope. Wir finden keine Erklärung dafür und denken schon die Messgeräte spielen verrückt. Doch nein, das war nicht der Grund.
Während wir die Atmosphäre, oder das was von ihr übrig war, fotografieren, spuckt der Computer Unmengen von Datenblättern aus. Das Auffallendste dabei war die Radioaktivität und die hohe Anteil an Schwermetallen in der Atmosphäre.
Ein Sauerstoffplanet … Mir kommen die ersten Erklärungen, doch ich verwerfe sie wieder.
„Irgendwelche Anzeichen von Leben?“ frage ich den Mann am Computer. Er blickt von den Bildschirmen auf. „Niedere Vegetation, ansonsten nur Wüstenlandschaften. Keine Anzeichen tierischen Lebens!“, kommt die lakonische Antwort.
Ja, der Planet war verwüstet, im wahrsten Sinne des Wortes! Die Meere waren trocken wie Mondstaub und einzelnen Landstriche waren kraterübersät. Einst jedoch mußte es hier einmal eine blühende Zivilisation gegeben haben, von der heute nur noch Trümmer und Ruinen zeugen.
Doch das wirklich Überraschende entdeckten wir erst nach der 11. Umrundung: Sie stand in der Nähe eines riesigen ausgetrockneten Flußbettes.
Es war eine Pyramide, eine ägyptische Pyramide!
Der Duft
- At Oktober 14, 2023
- By Admin
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Der Duft ist die Stimme der stummen Dinge. Die Luft ist voll von den Rufen der Blätter und Gräser, die leiser sind als die der Blumen. Manchmal springen einen an Stellen, wo keine Blumen wachsen, wie kleine Kobolde allerlei Düfte an – nach Weizen und Tannenzapfen, feuchter Erde und Pilzen, würzigen Gräsern und Farn. Selbst Felsgestein strömt bei warmem Wetter einen eigenartigen Geruch aus, der zusammen mit dem Duft trockener Kräuter einen feinen Kontrast zu dem lieblichen Aroma des Stechginsters bildet. In einem Regenguß überfallen uns lachend unerwartete Wohlgerüche, überwältigen uns und nehmen uns gefangen. An tau-feuchten Sommerabenden verbünden sich Klee und Levkojen mit dem nimmermüden Geißblatt, dringen in den Garten ein und nehmen das träumende Haus in Besitz.
Mary Webb