Chaos!
- At Oktober 14, 2023
- By
0
Der eine hierhin, der andere quer
keiner bleibt stehen,
keinen kann ich fassen,
je schneller gekommen, je schneller gegangen
ich kann nicht mehr.
Ich will etwas sagen, ich will etwas tun
da kommt was andres,
da bin ich verwirrt.
Je mehr gedacht, je mehr verwirrt,
ich kann nicht ruhn.
Ein Lichtblick
einer hat Zeit
einer bleibt stehen
ein großes Glück!
Es ist herrlich
Jesus hat Ruhe
Jesus hat Zeit
es ist alles für mich.
Ruhe!
von H. Semle
Heut Nacht
- At Oktober 14, 2023
- By kdw
0
Deine Hände
gleiten sanft umher.
Deine Wärme
verschmilzt mit mir.
Deine Lippen
sie streicheln mein Gesicht.
Dein Atemhauch
zärtlich meinen Nacken küßt.
Dein Duft
hat micht berauscht wie nie.
Deine Nähe,
ich brauche sie …
Heut Nacht!
(1988)
Die Liebenden
- At Oktober 14, 2023
- By
0
Seht jene Kraniche in großem Bogen!
Die Wolken, welche ihnen beigegeben,
zogen mit ihnen schon, als sie entflogen
aus einem Leben in ein andres Leben.
In gleicher Höhe und mit gleicher Eile
scheinen sie alle beide nur daneben.
Daß so der Kranich mit der Wolke teile
den schönen Himmel, den sie kurz befliegen,
daß also keines länger hier verweile
und keines andres sehe als das Wiegen
des andern in dem Wind, den beide spüren,
die jetzt im Fluge beieinander liegen:
so mag der Wind sie in das Nichts entführen.
Wenn sie nur nicht vergehen und sich bleiben,
so lange kann sie beide nichts berühren,
so lange kann man sie von jedem Ort vertreiben,
wo Regen drohen oder Schüsse schallen.
So unter Sonn und Monds wenig verschiedenen Scheiben
fliegen sie hin, einander ganz verfallen.
Wohin, ihr? – Nirgend hin. – Von wem davon? – Von allen.
Ihr fragt, wie lange sind sie schon beisammen?
Seit kurzem. – Und wann werden sie sich trennen? – Bald.
So scheint die Liebe Liebenden ein Halt.
Gedichte über die Liebe von Bertold Brecht
Unterwegs
- At Oktober 14, 2023
- By udo
0
Immer weiter treibt es uns.
Windböen schlagen aus lichten Himmeln eisigen Regen
in unsere Augen und füllen die Ohren mit schmerzendem Tosen.
Tränen, Taubheit, Einsamkeit
Unübersehbar breitet sich die flirrende Ebene vor uns aus.
Wie weit ?
Wohin ?
Wanken
Taumeln
Laufen
Immer weiter.
Aus Siddartha
- At Oktober 14, 2023
- By
0
Die meisten Menschen sind wie ein fallendes Blatt, das weht und dreht sich durch die Luft und schwankt und taumelt zu Boden. Andre aber, wenige, sind wie Sterne, die gehen eine feste Bahn, kein Wind erreicht sie, in sich selber haben sie ihr Gesetz und ihre Bahn.
aus Siddhartha. Eine indische Dichtungvon Hermann Hesse