Fast immer Treu und Redlichkeit

„Üb immer Treu und Redlichkeit“
das habe ich gelernt
und dass man sich von Ehrlichkeit
nicht Fingerbreit entfernt.

Und ehrlich suchte ich mein Heil
befolgte jed´ Gebot
die Andern hatten Freude weil
ich Angriffsflächen bot.

So lernte ich, dass immer nur
der Recht hat, der es kriegt
von Wahrheit fehlt oft jede Spur
dort, wo man Recht aufwiegt.

Drum übt ich zügeln meinen Mund
im Rahmen des Gesetz´
damit ich redlich wahr bin und
nicht Euch noch mich verletz.

Denn leben muss ich hier und heut
noch vor dem kühlen Grab
drum weich ich schon mal Fingerbreit
von Gottes Wegen ab.

RaThe 2007

Vom Kreislauf des Krieges

Hier mal ein Beitrag aus der Kategorie „Politik und Gesellschaft“

Vom Kreislauf des Krieges

Ein Wort gibt ein Wort,
weht jed‘ Vernunft fort.
Der Anlaß ist nichtig,
Banales wird wichtig.
Was eben noch Freundschaft,
mutiert jetzt zur Feindschaft.
Wo man zusammen g’rad saß,
regiert plötzlich Haß.

Und Wort bleibt nicht Wort,
die Tat weht es fort.
In umkämpften Gassen
und vereinsamten Strassen
überdeckt das Morden
alltägliche Sorgen
und die Flüsse von Blut
steigern täglich die Wut.

Und Wort sucht nicht Wort,
sinnleer bleibt es dort,
wo Witwen wehklagen,
wo Diplomaten tagen,
wo es sterben so viele
für nur Einzelner Ziele.
Bis man zu verstehen beginnt,
daß doch keiner gewinnt.

Und Wort sucht nun Wort,
weht all‘ Bomben fort,
zurück bleiben Trauer
und in den Herzen die Mauer,
die mit Toten errichtet
und von Schmerzen verdichtet.
Wer gestern der Feind,
wird nicht schnell eben Freund.

Ein Wort gibt ein Wort,
weht Erinn’rungen fort.
Irgendwo, irgendwann,
fängt’s von Neuem schon an.

RaThe 1995

Deine Hände

Ich hoffe, etwas sinnlich Erotisches (so verstehe ICH es zumindest) ist hier erlaubt und gern gesehen 😉

Deine Hände

Sie berühren mich zart,
sind mir zutiefst vertraut,
bringen die Nerven in Fahrt,
produzieren Gänsehaut.

Indem sie Verborgnes erkunden
heilen sie Wunden

lassen den Körper erbeben
und die Seele fort schweben.

Sie begreifen mich bis zum Ende
Deine Hände!

RaThe2008

Schachbrett unserer Liebe

Wenn Du noch mal wiederkehrtest, auf das Schachbrett unsrer Liebe
Nähm ich meinen Zug zurück, der dir bot so grausam SCHACH
Opferte den Trumpf der bliebe
Spielte meine Stellung schwach.

Schenkte LÄUFERN, die ich einnahm
Ihre Freiheit gleich zurück
Und den TURM, den ich zerstörte
Repariert ich Stück für Stück.

Vor den BAUERN die dich schützen
Zög ich ehrfurchtsvoll den Hut
Um sie für mein Ziel zu nützen
Würd ich zügeln meine Wut

Auf des PFERDES Rücken ritt ich
Neben deines KÖNIGS Feld
Ließ mich adeln oder schlagen
G´rade so, wies dir gefällt

Hoffte, dass du all das Wert schätzt
Zu verstehen bist bereit
Für die DAME meines Herzens
Geht mir kaum ein Zug zu weit.

RaThe 2007