und auf einmal steht es neben dir
- At Oktober 14, 2023
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und auf einmal merkst du äußerlich:
wieviel kummer zu dir kam,
wieviel freundschaft leise von dir wich,
alles lachen von dir nahm.
fragst verwundert in die tage.
doch die tage hallen leer.
dann verkümmert deine klage ¦
du fragst niemanden mehr.
lernst es endlich, dich zu fügen,
von den sorgen gezähmt.
willst dich selber nicht belügen
und erstickst, was dich grämt.
sinnlos, arm erscheint das leben dir,
längst zu lang ausgedehnt.
und auf einmal : steht es neben dir,
an dich angelehnt
was?
das, was du so lang ersehnt.
joachim ringelnatz
Mary Oliver
- At Oktober 14, 2023
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Tell me, what is it you plan to do with your one wild and precious life?
Peter F. Drucker
- At Oktober 14, 2023
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Whereever you see a successful business, someone once mad a courageous decision.
Nicht müde werden
- At Oktober 14, 2023
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Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten.
Am Strande
- At Oktober 14, 2023
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Heute sah ich wieder dich am Strand,
Schaum der Wellen dir zu Füßen trieb,
mit dem Finger grubst du in den Sand
Zeichen ein, von denen keines blieb.
Ganz versunkene warst du in dein Spiel,
mit der ewigen Vergänglichkeit.
Welle kam – und Stern und Kreis zerfiel,
Welle ging – und du warst neu bereit.
Lachend hast du dich zu mir gewandt,
ahntes nicht den Schmerz, den ich erfuhr:
Denn die schönste Welle zog zum Strand
und sie löschte deiner Füße Spur.
Marie Luise Kaschnitz, 1901 – 1974
Reiselied für Nachtigall
- At Oktober 14, 2023
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Wasser stürzt, uns zu verschlingen,
rollt der Fels, uns zu erschlagen,
kommen schon auf starken Schwingen
Vögel her, uns fortzutragen.
Aber unten liegt ein Land,
Früchte spiegeln ohne Ende
in den alterslosen Seen.
Marmorstirn und Brunnenrand
steigt aus blumigem Gelände
und die leichten Winde wehn.
mit Grüssen nach Genua von Klaus
Auf diesem Gartenstuhl
- At Oktober 14, 2023
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Du streckst die Beine aus und bist so gelassen
wie die alten Bäume, deren Schatten uns beide trifft.
Du sprichst von dir, und das ist genug.
Was ist das gegen meine Bibliotheken,
was gegen die Leute in meinem Zimmer,
die immer nur die Philosophen wechseln!
In deinem altgewordenen Gesicht
ist plötzlich eine unbeschreibbare Farbe.
So als wolltest du mir zeigen, wer du bist. Jetzt.
Auf diesem Gartenstuhl.
Rolf Haufs
Die Nüchternen
- At Oktober 14, 2023
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Hätten die Nüchternen einmal gekostet –
alles verließen sie
und setzten sich zu uns an den Tisch der Sehnsucht,
der nie leer wir.
Novalis
nichts.
- At Oktober 14, 2023
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nichts ist gefährlicher und seelenmordender
als die beständige beschäftigung
mit dem eigenen wesen und ergehen,
der eigenen einsamen unzufriedenheit und schwäche.
hermann hesse, der weltverbesserer