Spiel

In der Gedanken nächtlich Reigen
beim Glanz der Sterne aufzusteigen
in eine andre, fremde Welt,
getragen von des Kosmos Schwingen
in lichte Träume zu entrinnen
bis daß ein Stern vom Himmel fällt.

Frist

Wo mag es erhaschen
der jagende Geist
Erkenntnis erstrebend
Weisheit begehrend
lebendiges Sein
auf schmalen Pfaden
durch moorigen Grund

Wandlungen

Ein Lachen der Freude,
des Übermuts,
ein sprudelnder Quellt ,
gespeist aus mir selbst
vor undenkbar langer Zeit
wie mir scheint.
Und unerwartet
und nicht geladen, stand unvermittelt
vor mir die Welt.
Wie war ihr zu begegnen?
Meine einzige Fähigkeit
war das Lachen.
So begegnete ich ihren Schlägen
mit einer Maske des Lächelns,
überdeckte Bitterkeit und Hass
mit einer Maske des Lächelns,
fühlte mich hilflos
unter der Maske des Lächelns,
verzweifelte nahezu mit einem Lächeln.
Und während ich lächelte lernte ich die Regeln,
beobachtete die Unvollkommenheiten,
die Fahrten,
offenen Auges,
in den Abgrund
- immer wieder,
und nach langer Zeit –
fast undenkbar langer Zeit
wie mir scheint,
wandelte sich mein Lächeln.
Es wurde zum Lächeln der Überwindung,
zum Lächeln des Widerstandes,
zum Lächeln der Nachsicht,
zum Lächeln des Wissens;
denn nun erkannte ich den Plan
und wußte:
Wir scheinbar Schwachen,
abgesondert aus uns selbst,
sind nicht allein selig,
wie uns verheißen ist,
sondern auch mächtig;
denn wir kämpfen
gegen ihre Regeln,
wir leben gegen ihre Regeln,
wir glauben gegen ihre Regeln,
und in der turrnhohen Welle
des Widerstandes gegen die Infragestellung
ihrer Sicherheit
kann ich nun stehen
mit einem Lächeln des Sieges
- immer wieder.

Ichthys

Wie der Fisch
tauchen
in die unendlichen Tiefen
forschen
nach dem Wesen des Grundes
jagen
nach der reinen Nahrung des Wachstums
und endlich
wieder aufsteigen zum Licht

Zeit

Sich auflösend und wiedergeboren
im Gestern, Heute und Morgen.

Im Werden und Vergehen
stellt sich uns die Ewigkeit dar

und in ihr die beruhigende Erkenntnis
unserer Vergänglichkeit.

Sternenlicht

Sternenlicht aus fernem Raum
Bringst einen golddurchwirkten Traum,
Gibst mir den Hoffnungsschimmer dann,
Daß sich die Welt noch ändern kann.
Und weiter gibst du mir die Kraft
Den Tag zu leben, wie bedacht:
Als Mensch -, ein Schauspiel lang geübt,
Im Lauf der Zeit jedoch es gibt
Einen Riß hier und auch dort einen Sprung;
Zurück kehrt die Erinnerung
An eine Welt, die ich vergaß,
Mit anderm Seins- und Zeitenmaß,
Die zu verlassen ich mir schwor
Und so auf immer wohl verlor.