Monate in Moskau – Ein Erlebnisbericht

Zwei Jahre lang habe ich in Russland leben und arbeiten dürfen.
Nun kehre ich an die Elbe zurück. Moskau verlasse ich mit gemischten
Gefühlen und sicher ist es kein Abschied für immer.

Ein Auslandsaufenthalt öffnet neue Welten und schärft zugleich
den Blick auf die ferne Heimat. Man kann ein anderes Land,
eine fremde Kultur und unbekannte Menschen erleben, darf
einen Blick in eine neue Welt zu werfen. Je fremder diese ist,
umso spannender die Erfahrung.

Von Berlin sind es recht genau 2000 Kilometer bis Moskau,
mit dem modernen Düsenflugzeug überwindet man sie in
knapp drei Stunden. Russland aber reicht noch 9000
Kilometer weiter bis Wladiwostok.

Dieses Land steht uns fern und nah zugleich. Russen sprechen davon,
nach „Europa“ zu fahren, wenn sie sich auf eine Reise nach Deutschland
oder Frankreich begeben. Hält man ihnen dann entgegen, Russland sei
doch ebenfalls Europa, schütteln sie lachend den Kopf.
Nein, Russland sei nicht Europa und nicht Asien, nicht Ost,
nicht West, Russland sei nur Russland, eben eine eigene Welt!

GUM

Historisch gesehen war Russland uns manchmal Partner, gelegentlich
Gegner, stets aber spielte es eine wichtige Rolle für Deutschland.
Nach 40 Jahren in verschiedenen Lagern tun wir uns immer noch schwer,
die früheren Vorstellungen aus den Köpfen zu verbannen. Wir
erkennen manchmal vertraute Aspekte westlicher Kultur, sind oft
aber auch von fremden Eindrücken entsetzt. Russland schaut wie der
Doppeladler der Romanows nach Ost und West zugleich.

Arbeiten im Ausland ist anstrengender als in Deutschland.
Zu der Sprachbarriere gesellen sich kulturelle Unterschiede.
Dennoch sollte man sich einen Freiraum bewahren, um neue Eindrücke,
insbesondere die kleinen Begegnungen, aufzunehmen und zu verarbeiten.
Trotz schmaler Freizeit fanden sich dafür gelegentlich einige
freie Stunden am Abend.

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