Das Tal verlassen
- At Oktober 14, 2023
- By herberth
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Der Winter hat das Tal verlassen.
Er zieht sich auf den Berg zurück.
Und was geschieht, ist nicht zu fassen.
Man kostet gern vom neuen Glück.
Den dicken Schal kann man vergessen.
Er wandert in den Kleiderschrank.
Die Sonne wärmt und währenddessen
reicht uns der Lenz den Zaubertrank.
Die Blumen tanzen auf den Wiesen
Sie haben unsre Sympathie.
Die Tage dürfen wir genießen
in farbenfroher Harmonie.
Die Palme füttert ihre Kätzchen.
Und Bienen summen um den Baum.
Und man spaziert mit seinem Schätzchen.
Das warme Wetter ist ein Traum.
Entmachtet ist der lange Winter.
Die Vogelwelt besingt die Zeit.
Vereinzelt gähnen Menschenkinder.
Der Grund: die Frühjahrsmüdigkeit.
Roman Herberth
Der graue Alltag
- At Oktober 14, 2023
- By herberth
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Der Alltag hat dich eingefangen.
Du schrubbst den Boden, putzt den Herd.
Die Jugendzeit ist eingegangen.
Du bist noch immer liebenswert.
Die Falten konnten sich entfalten.
Du nimmst es hin und auch in Kauf.
Die Liebe aber blieb beim Alten.
Du regst dich manchmal künstlich auf.
Vergessen sind die großen Pläne.
Der Zukunft wird die Sicht versperrt.
Und heimlich weinst du eine Träne,
wenn trüber Kummer an dir zerrt.
Vom Alltag wirst du eingemauert.
Ein Ausweg wäre dornenreich.
Dein Herz klopft wild, dein Hirn bedauert.
Und deinem Alten ist das gleich.
Roman Herberth
Schöne und Reiche
- At Oktober 14, 2023
- By herberth
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Wir sind die Schönen und die Reichen.
Die Eltern – weder Hinz noch Kunz.
Man kann sich nicht mit uns vergleichen.
Das Leben stellt für uns die Weichen.
Wir bleiben lieber unter uns.
Wir trinken Sekt in großen Zügen,
und trinken ihn an einer Bar.
Wir schlürfen Austern zum Vergnügen.
Die Armen lassen wir links liegen.
Denn ihnen schmeckt kein Kaviar.
Wir fahren chice Limousinen.
Wir leihen Geld dem Vater Staat.
Weil wir dadurch auch Geld verdienen.
Das brauchen wir für kesse Bienen.
Wir sind geschäftig und auf Draht.
Wir winken mit den großen Scheinen,
sogar bei einem Staatsempfang.
Der arme Schlucker, der wird weinen.
Die ganze Stadt ist auf den Beinen
und fordert unsren Untergang.
Doch daraus wird bestimmt nichts werden.
Der Reichtum fordert seinen Preis.
Der Liebe folgen Herzbeschwerden.
Es trifft mitunter die Verkehrten.
Soweit ich und soviel ich weiß.
Roman Herberth
Die Frau für einen Mann
- At Oktober 14, 2023
- By herberth
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Du kümmerst dich um jeden Dreck.
Man kann dich nicht ergründen.
Du schielst nach Geld und fremdem Speck.
Ein Mittel heiligt jeden Zweck.
Ich möchte zu dir finden.
Du bist die Frau für einen Mann.
Und jeder kann dich haben.
Du ziehst die Blicke magisch an.
Du öffnest deinen Mund und dann,
sind wir in dir vergraben.
Du zeigst dich stolz und selbstbewusst.
Du wartest auf die Freier.
Du weckst im Mann die Liebeslust.
Wir werfen uns an deine Brust.
Ach hol dich doch der Geier.
Wir stehen dennoch vor dir stramm.
Und pfeifen auf die Kohle.
Du bist der Löwe, wir das Lamm.
Ein Kuss von dir, es bricht der Damm
vom Scheitel bis zur Sohle.
Roman Herberth
Schwindelfrei
- At Oktober 14, 2023
- By herberth
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Die Liebe nahm ein jähes Ende,
denn du bist nicht mehr Schwindel-frei.
Den Abschiedsbrief, den ich dir sende,
der hat zum Inhalt: Schluss, vorbei.
Ich lasse keinen Einwand gelten.
Ein nocheinmal, das gibt es nicht.
Du sollst dich nicht mehr bei mir melden.
Auch wenn du sagst, dein Herz zerbricht.
Mit mir ist nicht gut Kirschen essen.
Die Scherben werden aufgeräumt.
Und was du denkst, kannst du vergessen.
Ich hoffe, du hast ausgeträumt.
Und sollten wir uns wiedersehen,
dann reiche ich dir nicht die Hand.
Und werde schleunigst weitergehen.
Du raubst mir nämlich den Verstand.
Roman Herberth