Ein altmodisches Herbstgedich
- At Oktober 14, 2023
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Der Sommer schöpfte hemmungslos aus allen Regenbogenfarben
band unbekümmert
gelb rot blau und grün aneinander
und vermischte es so lange
bis keines mehr wusste
wer es anfangs war
jetzt im November gibt es kaum noch Farben
alles Laub am Boden ist braun und modrig
trotzdem
wer genau hinsieht merkt
keines der gefallenen Blätter gleicht dem anderen
alle sind sie braun
und doch hat jedes seine eigene Färbung
die es
oft nur um einen leisen Schattenton
von den andern unterscheidet
es ist nicht die Anzahl der Farben
die weniger geworden ist
nur die Abstände zwischen ihnen sind jetzt kleiner
Denke nach
- At Oktober 14, 2023
- By herberth
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Bist du wirklich noch bei Sinnen.
Denke nach und denke laut.
Alles fügt sich im Beginnen.
Gerne bin ich dir vertraut.
Warte bitte nicht zu lange.
die Geduld, die ist begrenzt.
Und den Fahrschein locht die Zange.
Wenn du nicht den Fahrplan schwänzt.
Werde nicht zum Prügelknaben.
Den das Missgeschick ereilt.
Achte auf die guten Gaben.
Das sein Dasein mit dir teilt.
Ernte viel und mannigfaltig.
Scheunen öffnen dir ein Tor.
Und die Menge ist gewaltig –
das kommt nicht alle Tage vor.
Roman Herberth
Die Eule
- At Oktober 14, 2023
- By herberth
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Die Eule hat die letzte Nacht.
mit ihren Freunden durchgemacht.
Es kam zu einem Zechgelage,
wer trinkt am meisten, war die Frage.
Der Sieger feiert heute krank.
Kein Kaffee hilft, kein Zaubertrank.
Das Ganze war vorauszusehen.
Den Grund dafür kann ich verstehen.
Getränke in der Cocktailbar,
die sind, – und jedem ist das klar –
gefährlich für den nächsten Morgen.
Man muss sich Aspirin besorgen.
Die Eule geht nicht außer Haus.
Darüber freut sich jede Maus.
Sie tanzen Tango auf dem Rasen
und tummeln sich auf Einbahnstraßen.
Dem einen Leid, dem andern Freud‘.
Nicht jeder Tag ist so wie heut‘.
Denn wenn die Eulen wieder eulen,
dann werden Mäusekinder heulen.
Roman Herberth
Die Motten
- At Oktober 14, 2023
- By herberth
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Die Motten fressen schöne Kleider.
Sie fragen nicht, ‚ist es erlaubt‘.
Sie fressen einfach, das ist leider,
viel schlimmer als man anfangs glaubt.
Sie kosten nur von teuren Sachen.
Und kennen sich mit Wolle aus.
Man kann dagegen gar nichts machen.
Wo ist ihr ‚Nest‘ und ihr zuhaus‘.
Verzweifelt jagen wir nach ihnen.
Ein Duftholz haben wir versteckt.
Und dieses Holz soll dazu dienen,
dass ihnen nichts und niemand schmeckt.
Roman Herberth
Deine Nähe
- At Oktober 14, 2023
- By herberth
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Ich sehne mich nach deiner Nähe
Mein Herz gehört nur dir allein
Mein Kopf, mein Fuß, ja selbst die Zehe
Die möchten immer bei dir sein
Von deiner Art kann ich berichten
Du hast ein großes weiches Herz
Ich möchte nie auf dich verzichten
Du liebst die Quinten, ich die Terz
Im Weinberg sind wir uns begegnet
Du hattest Augen nur für mich
Es hat zum Glück auch nicht geregnet
Ich sage laut – ich liebe dich
Wir haben uns noch oft getroffen
Und viele Träume wurden wahr
Der siebte Himmel steht uns offen
Wir sind wie einst – ein tolles Paar
Roman Herberth