Wind of Change
- At Oktober 14, 2023
- By kerstin
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WIND OF CHANGE
>>Die Geburt ist nicht ein augenblickliches Ereignis, sondern ein dauernder Vorgang.
Das Ziel des Lebens ist es, ganz geboren zu werden und seine
Tragödie, das die meisten von uns sterben, bevor sie ganz geboren sind.
Zu leben bedeutet, jede Minute geboren zu werden.
Der Tod tritt ein, wenn die Geburt aufhört.Vorbemerkung:
Die folgenden Zeilen erzählen die Geschichte eines 14- jährigen Mädchens, das erfüllt ist von der Leidenschaft zu erkennen, was das Leben ist und was es sein könnte.
Die folgenden Zeilen erzählen die Geschichte eines 14- jährigen Mädchens, das erfüllt ist von der Leidenschaft zu erkennen, was das Leben ist und was es sein könnte.Es ist der merkwürdige Werdegang eines totkranken, jedoch einfachen Kindes, das in seinen Tagebuchaufzeichnungen über sein Entsetzen, seine Hoffnung und seinen Mut, der Wahrheit ins Auge zu sehen, berichtet.
Die folgenden Zeilen erzählen die Geschichte eines 14- jährigen Mädchens, das erfüllt ist von der Leidenschaft zu erkennen, was das Leben ist und was es sein könnte.Es ist der merkwürdige Werdegang eines totkranken, jedoch einfachen Kindes, das in seinen Tagebuchaufzeichnungen über sein Entsetzen, seine Hoffnung und seinen Mut, der Wahrheit ins Auge zu sehen, berichtet.Trotz alldem ist es keine niederdrückende Geschichte, keine literarische Sensation und keine Offenbarung. Es stößt den Leser lediglich auf die Kostbarkeit seiner eigenen Lebenszeit¦
Hagen, im Dezember 1996
Ich sitze hier an meinem Schreibtisch, um mich herum brennt ein Meer von Kerzen und das Aroma von Apfeltee erreicht meine Nase, meine Sinne¦
Vor mir sehe ich ein Photo von Mama, Papa und mir, dass letztes Jahr Weihnachten bei unserem Skiurlaub aufgenommen worden ist.
Ich blicke auf dieses Bild, dieser längst vergangenen Zeit herab und meine Gedanken überqueren die Brücke der Zeit. Festgehalten an einem Ort, zu dem ich nie wieder in meiner ganzen Person gelangen kann, – festgehalten in der Vergangenheit¦.
Irgendwo existiert ein Ort, ein Platz unabhängig und ungeachtet den Gesetzen der Zeit. Ein Treffpunkt, eine eigene kleine Welt, die wir nur auf mentaler Ebene erreichen können. Und eben diese Welt ist das Ziel all unserer Erinnerungen.
Manchmal wenn die Menschen sehr traurig sind, sich vielleicht verlassen fühlen, dann versuchen sie, diese Nirgendwelt“ mit ihrer zur Zeit noch real bestehenden Welt zu vertauschen oder wenigstens zu vermischen. Dann ist diese Welt, die sie sich so sehr wünschen, ihre Hoffnung auf Freiheit.
Auch ich wünsche mich in diese Welt, – nicht immer, eher selten- aber besonders dann, wenn ich von so wundervollen Dingen, wie beispielsweise der Musik verzaubert“ werde. Dann breitet sich ein Gefühl in mir aus, das Gefühl, was es heißt in der Musik aufzugehen, sich treiben zu lassen, schwerelos, die Musik zu erfassen, durch sie hindurch zu leben¦.
Ich schaue nach vorn, sehe mich im Spiegelglanz der Fenster und spüre“ meinen Blick aus der Tiefe eines Sees, auf dem einige Seerosen ihr Leben beschließen, aufsteigen.
Draußen ist es bereits dunkel geworden. Es ist auch schon einige Zeit vergangen, seitdem die Kirchglocken zur Abendmesse läuteten. Früher ging ich oft in die Kirche. Zusammen mit Mama und Papa.
Früher war alles so, so¦anders – es ist mir unmöglich zu sagen, ob ich früher in etwa naiv oder vielleicht nur einfältig war.
Genauso gut kann es möglich sein, das ich jetzt naiv oder einfältig bin. Ich weiss nicht was ich denken, was ich fühlen soll, aber mir ist klar, dass ich zur Zeit alles in Frage stelle.
Mama und Papa sagen: Amy, die Dinge sind so und so. Wenn Du dein Leben so führst, wie wir es Dir zeigen, wirst Du nie Probleme bekommen.“
– Aber vielleicht will ich das ja! Vielleicht will ich auch Probleme haben, einfach um sagen zu können, ich bin stolz auf mich, ich habe dieses Problem gelöst, habe einen weiteren Schritt in mein Leben getätigt. Und wie soll ich Erfahrungen machen, wenn ich nie irgendetwas setze und verliere, hinfalle, eine Lehre erteilt bekomme?! -WIE?!-
Es ist doch einmal so, wir haben nicht ewig Zeit, wir leben nicht für immer. Irgendwann kommt für jeden der Punkt, an dem es heißt, LEBEWOHL“ zu sagen.-
Inzwischen bin ich (glücklicherweise) soweit, nicht mehr in Selbstmitleid zu verfallen. Es ist nun einmal so, dass der eine länger auf dieser/unserer Erde verweilen darf, als der andere. Und die Frage, warum gerade ICH sterben muss“, führt mich auch nicht weiter. Für mich ist es unmöglich, eine passende Antwort zu erlangen. Klar ich könnte weiterhin in das Meer der vielen Spekulationen abtauchen, aber ich frage mich, wozu das führen soll, die Zeit läuft mir davon¦.
Sie ist nicht etwas, was man beliebig nachkaufen kann, sobald sie verbraucht ist. Jeder von uns trägt sie in sich, in seinem Herzen. Ist der Sand ersteinmal durchgerieselt, kann niemand die Uhr umdrehen. Es kann nicht weiterlaufen, wie bisher.
Gibt es Gott“ wirklich, so ist er das (einzige), was die Uhr umdrehen kann. Ich sehe die Uhr als Tor“ nach dem Tod. Sie ist der Anfang und das Ende! Der Anfang für ein neues Leben, an das wir Menschen glauben, aus Angst umsonst gelebt zu haben. Und das Ende unseres irdischen Lebens.
Meine Zeit ist zu ¾ verbraucht. Die Ärzte können nicht sagen, wie viel Sand“ noch bereit ist für mich zu fließen. Denn das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar¦“
Ich werde leben, auf dieser/unserer Erde, und zwar solange, bis ich bereit bin, zu einem Teil des Wind of change“ zu werden¦.
Bevor ich sterbe
- At Oktober 14, 2023
- By
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Noch einmal sprechen
von der Wärme des Lebens
damit doch einige wissen:
Es ist nicht warm
aber es könnte warm sein.
Bevor ich sterbe
noch einmal sprechen
von Liebe
damit doch einige sagen:
Das gab es
das muß es geben.
Noch einmal sprechen
vom Glück der Hoffnung auf Glück
damit doch einige fragen:
Was war das?
Wann kommt es wieder?
Unbekannter Dichter
Hände II
- At Oktober 14, 2023
- By nachtigall
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Ist Zeit
dieser Raum,
in dem das Zeitlose,
uns begegnet?
Ist Raum
diese Zeit,
in der wir uns Sehen?
Zeitloses
gabst du mir
in meine Hand.
Raumloses,
gab ich dir
in deine Hand.
Wir malten die Bilder
der Welt
Heimat
- At Oktober 14, 2023
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Bei den Kastanien beschwor ich an sommerheißem Tage
unter der Magie des Schweigens
die Mächte des Ortes der Lebenden und der Toten
die in der Umarmung meiner Gedanken
dem Besitz meiner Erinnerungen
mir Kraft verleihen
mich mit einem unsichtbaren Schild umgeben
und mein Herz mit einem silbernen Faden der Macht umwinden
der mich zurückzieht
in ewigem Kreislauf
aus der Ferne
zu meinem
Ursprung
Esther Münch
Briefe der Freundschaft
- At Oktober 14, 2023
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Menschen, die keine Briefe gewechselt haben, kennen einander nicht.
Konstantin Raudive
Über die Entfernung zwischen Freunden finden wir bei Arthur Schopenhauer und Clemens von Brentano widersprüchliche Auffassungen. Bei näherer Betrachtung will es allerdings scheinen, daß zwischen beiden Ansichten dennoch keine unüberbrückbare Kluft besteht, wenn die freundschaftliche Verbundenheit schriftlich im Gedankenaustausch fortdauert. Schopenhauer, der wie Nietzsche Zweifel in die Möglichkeiten der Freundschaft setzte, glaubt, „daß Menschen, die wir nicht sehen, wären sie auch unsere geliebtesten Freunde, im Laufe der Jahre austrocknen, wodurch unsere Teilnahme an ihnen mehr und mehr eine bloße vernünftige, ja traditionelle wird.“ Er fährt fort, daß die lebhafte und tiefgefühlte Freundschaft denen vorbehalten bleibe, die wir vor Augen haben. In gewissem Umfange wird man der Erfahrung Schopenhauers zustimmen müssen, insbesondere dann, wenn die Wurzeln einer freundschaftlichen Verbundenheit nicht aus tieferen Schichten ihre Kräfte ziehen. Dagegen steht die Meinung von Clemens von Brentano, daß Freundschaft nicht heiße „zusammenhängen und zusammensitzen“. Für ihn ist Freundschaft „groß und frei und liegt im Gedanken, für den jeder Raum gleich nah ist.“
Wo die auf persönlicher Affektifität beruhende Sympathie überwiegt, mag Schopenhauer recht behalten, Clemens von Brentano dagegen für diejenigen Bindungen, die ihren Ursprung im geistigen Bereich finden, wie auf uns überkommene Briefe der Freundschaft vielfältig erkennen lassen.
In einem Essay über den Brief teilt der Philosoph Ernst Horneffer seine Ansicht.
Er ermuntert uns, den Reichtum von Erlebnissen, Schönheiten und Freuden nicht achtlos vorübergehen zu lassen, sondern für den Freund und nicht zuletzt auch für uns selber im Brief festzuhalten. Seine Betrachtung schließt mit der Aufforderung: „Und wenn du abends nach der Tagesarbeit zu müde und abgespannt bist, um einen Brief zu schreiben, einen Brief mit Inhalt, der von deinem Sinnen und Träumen, Empfinden, Wünschen, Hoffen, Sehnen Kunde gibt – warum erhebst du dich nicht in der Frühe, um in der Frische des Morgens bei noch unverbrauchter Kraft deinem Freunde etwas von deinem Inneren kundzutun? Das ist keine Zeitverschwendung, ist auch keine Kraftvergeudung. Die Wärme des Gefühls, die gehobene Stimmung deiner tiefen Seelenkräfte wird auf deine Tagesarbeit ausstrahlen, du wirst freudiger arbeiten und in dieser frohen Arbeit Besseres leisten.
Der Brief sei dir ein Fest! Dieses Fest darfst du dir gönnen. Ein griechischer Weiser sagte: „Ein Leben ohne Feste ist wie eine Wanderung ohne Herberge!“