Ich und mein Schatten

Ich und mein Schatten

Ich sitze in meinem Zimmer,

eine Kerze brennt.

Die Schatten spielen mit dem Feuer.

Das Spiel was sie spielen ist mir fremd geworden.

Ich sitze da,

schau ihnen zu.

Dieses Spiel mich erinnern lässt.

An alte Zeiten, wo ich einst glücklich war.

Die Erinnerung lässt mich lächeln, doch mein Blick bleibt starr.

Die Schatten sich lieben.

Alte Gefühle kommen auf.

Eine Träne zerläuft mir übers Gesicht.

Das Spiel der Schatten mich immer mehr hinreist.

Wie gebannt schau ich ihnen zu.

Einer der Schatten, soll ich das sein?

Zärtlich den anderen liebkost.

Ein Windstoß,

die Kerze erlischt.

Ich schließe das Fenster.

Und zünde die Kerze neu an.

Der Schatten der ich sein soll,

ist allein und alt geworden.

Bin das noch ich, der einst so glücklich war?

Ist er ein Abbild meiner Zukunft?

Nein,

so darf es nicht sein.

Ich schrecke auf und blass die Kerze aus.

Spüre das ich lebe und will gehen.

Doch die Kerze,

wie von Geisterhand,

sich wieder entzündet.

Ich drehe mich um und sehe den Schatten.

Er ist wieder jung und spielt das Spiel,

das sich Liebe nennt.

Ich sehe zu,

fang an zu lachen und verlass den Raum.

18.12.1997

Vampir

 

Hör was klopft an deine Tür.

Mach nicht auf er giert nach dir.

Von Knoblauch und Kreuz geschützt,

liegst du in deinem Bett.

 

Sein Schrei betört deinen Verstand.

Er schreit deinen Namen,

du willst zu ihm.

Doch die Angst ist zu groß.

 

Wer ist da,

du dich wiederholend.

Er antwortet nicht.

Du hörst seinen Atem an deiner Tür.

Du spürst die Kälte tief in dir.

 

Angst und Neugier dich zerreißen.

Du öffnest die Tür,

er fällt dich an.

Er beißt und reißt.

Der Schmerz ist groß.

 

Du siehst sein Gesicht,

es ist blutverschmiert.

Die Augen tot,

die Zähne scharf.

 

Er saugt dich aus.

Du wirst wie er,

ein Vampir.

Kind der Nacht.

 

?.10.-26.11.1997

Sumpf der Einsamkeit

 

Ich sinke in den Sumpf der Einsamkeit,

mein Herz zerspringt.

Die Angst vorm fallen ins Nichts.

 

Ich fülle mich so einsam,

mir ist zum weinen,

doch ich kann nicht.

Die Angst vorm fallen ins Nichts.

 

Tausend Qualen lebe ich.

Mein Inneres verbrennt,

weiß nicht mehr weiter.

Ich sinke immer tiefer,

in den Sumpf der Einsamkeit.

 

Ich schatte mich ab,

von meinen Freunden.

Kann nicht mehr mit ihnen reden.

Ich verspüre Kälte in mir.

Der Sumpf der Einsamkeit,

zieht mich immer tiefer.

 

Ich hab Angst vor der totalen Einsamkeit.

Ich denk hier komm ich nie mehr raus.

Doch auf einmal ein kleiner Strick,

ich zieh mich daran heraus.

 

20.10.1997

Wenn der Vater mit dem Sohne…

 Trostlos glotzen leerstehende Häuser.

Verstärken das Gefühl,

von Einsamkeit und Tod.

Doch wenn der Vater mit dem Sohne,

an Wintertagen,

auf der verschneiten Wiese spielt,

merken beide dies nicht.

Spüren nicht die traurigen Blicke Glassloser Fenster,

welche sich nach leben sehnen.

Die Schritte,

das Lachen,

alles Erinnerungen an früher.

Als sie noch Heim für Familien waren.

Als es noch warm in ihrem Innern war.

An die ersten hallenden Worte,

als die ersten Menschen einzogen.

An das Tapezieren und Malern,

warmer Teppich wurde verlegt.

Man lernte sich kennen.

Aus dem,

die Wohnung,

wurde,

unser zu Hause.

Die alten Häuser hörten jedes Wort,

jeden Streit und vieles mehr.

Kinder wurden geboren

und erfüllten alles mit ständigem Leben und Geschrei.

In diesem Moment,

wenn sie das Lachen des Sohnes hören,

spüren sie wieder das Krappeln der Babys,

die Ersten,

noch unsicheren Schritte.

Die kleinen Hände die,

an der Wand oder am Türrahmen,

Halt suchten.

Hören wieder die ersten Worte,

das lachen und weinen.

Erinnern sich auch leider an viel Schlimmes,

viel Gewalt und Hass,

viel Unmut und Resignation.

Aber sie lebten,

sie wurden gebraucht.

Und Heute?

Heute stehen sie alle leer.

Keiner kümmert sich oder pflegt sie mehr.

Sind vergessen und seelenlos.

Das Leben ist verschwunden.

Es kehrte nur für diesen Augenblick,

als der Vater mit dem Sohne, dort auf der verschneiten Wiese spielte,

zurück.

Doch nun sind beide Heim

und das Leben zieht sich wieder zurück

und hinterlässt nur alten Stein.

 

07.06.2007