Denke nach

Bist du wirklich noch bei Sinnen.
Denke nach und denke laut.
Alles fügt sich im Beginnen.
Gerne bin ich dir vertraut.

Warte bitte nicht zu lange.
die Geduld, die ist begrenzt.
Und den Fahrschein locht die Zange.
Wenn du nicht den Fahrplan schwänzt.

Werde nicht zum Prügelknaben.
Den das Missgeschick ereilt.
Achte auf die guten Gaben.
Das sein Dasein mit dir teilt.

Ernte viel und mannigfaltig.
Scheunen öffnen dir ein Tor.
Und die Menge ist gewaltig –
das kommt nicht alle Tage vor.

Roman Herberth

Die Eule

Die Eule hat die letzte Nacht.
mit ihren Freunden durchgemacht.
Es kam zu einem Zechgelage,
wer trinkt am meisten, war die Frage.

Der Sieger feiert heute krank.
Kein Kaffee hilft, kein Zaubertrank.
Das Ganze war vorauszusehen.
Den Grund dafür kann ich verstehen.

Getränke in der Cocktailbar,
die sind, – und jedem ist das klar –
gefährlich für den nächsten Morgen.
Man muss sich Aspirin besorgen.

Die Eule geht nicht außer Haus.
Darüber freut sich jede Maus.
Sie tanzen Tango auf dem Rasen
und tummeln sich auf Einbahnstraßen.

Dem einen Leid, dem andern Freud‘.
Nicht jeder Tag ist so wie heut‘.
Denn wenn die Eulen wieder eulen,
dann werden Mäusekinder heulen.

Roman Herberth

Das Glück

Das Glück kommt dir entgegen.
Jedoch du weichst ihm aus.
Es kommt dir ungelegen.
Du machst dir nichts daraus.

Das Glück kann dies nicht fassen.
Es fragt sich irritiert:
„Hat der noch alle Tassen …“
Weshalb er sich so ziert.

Ich wollte bei ihm landen.
Es war nur gut gemeint.
Er hat mich nicht verstanden.
Ich bin doch nicht sein Feind.

Das ist mir äußerst peinlich.
Das liegt fast auf der Hand.
Ich denke mir, wahrscheinlich,
hat er mich nicht erkannt.

Roman Herbertj

Die Motten

Die Motten fressen schöne Kleider.
Sie fragen nicht, ‚ist es erlaubt‘.
Sie fressen einfach, das ist leider,
viel schlimmer als man anfangs glaubt.

Sie kosten nur von teuren Sachen.
Und kennen sich mit Wolle aus.
Man kann dagegen gar nichts machen.
Wo ist ihr ‚Nest‘ und ihr zuhaus‘.

Verzweifelt jagen wir nach ihnen.
Ein Duftholz haben wir versteckt.
Und dieses Holz soll dazu dienen,
dass ihnen nichts und niemand schmeckt.

Roman Herberth

Deine Nähe

Ich sehne mich nach deiner Nähe
Mein Herz gehört nur dir allein
Mein Kopf, mein Fuß, ja selbst die Zehe
Die möchten immer bei dir sein

Von deiner Art kann ich berichten
Du hast ein großes weiches Herz
Ich möchte nie auf dich verzichten
Du liebst die Quinten, ich die Terz

Im Weinberg sind wir uns begegnet
Du hattest Augen nur für mich
Es hat zum Glück auch nicht geregnet
Ich sage laut – ich liebe dich

Wir haben uns noch oft getroffen
Und viele Träume wurden wahr
Der siebte Himmel steht uns offen
Wir sind wie einst – ein tolles Paar

Roman Herberth