Ein Kommentar


  • nachtigall

    Jeden Morgen
    steht ein Tisch auf der Wiese,
    ein Tisch und ein Stuhl und ein offenes Buch.
    Neben dem Buch sind, ein Glas Wasser,
    in dem sich der Himmel spiegelt,
    kleine Töpfe mit Farben, einige Pinsel und Stifte,
    und davor siehst du
    das weite Meer.

    Jeden Morgen
    steh ich an diesem Tisch
    und wende ein neues Blatt in dem Buch,
    leer sind die Seiten von vorne bis hinten,
    leer, wie Stille umher.
    Seite um Seite beginn ich zu füllen,
    mitfarbigen Zeichen und dem,
    was die Nacht sich erträumt.

    Jeden Abend,
    wenn ich erfüllt bin von allem,
    was sich Blatt für Blatt vor mir
    als Leben entwickelt,
    wenn ich alles gesehen habe,
    was Ganzheit zur Wirklichkeit bringt
    höre ich nichts, nur das Schweigen im Wind
    und wie der Tag sich hingibt der Nacht.

    Jede Nacht,
    wenn die Wellen sich holen,
    die Spuren am Ufer und all den erdenklichen Lärm,
    nehmen sie auch den Tisch von der Wiese,
    den Stuhl und das Buch und den Traum.
    Was ist geschehen in diesem Bild,
    als der Wind sich in den Blättern verfing
    und nichts seinen Platz mehr behielt?

    Jedesmal,
    wenn eine Zeit sich erfüllt und eine andre beginnt,
    holt sich das Meer das geschriebene Buch
    und trägt es zur Nabe der Welt.
    Jedesmal,
    wenn ein Buch in den Träumen versinkt,
    wird der Welt ein neues Wissen geschenkt
    und eine neue Wiese am Meer.

    April 17, 2007

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