Gefühle

Gefühle sind wie ein Lufthauch,
mal stark und schwach gibt’s die halt auch.
Gefühle sind wie der Regen,
sie auch zu zeigen, kann viel bewegen.
Gefühle sind wie die Sonne,
du strahlst sie aus, so voll Wonne.
Gefühle sind wie der Vogel in der Luft,
der Gedanke an dich ist wie ’ne Sucht.
Gefühle sind wie der Tau am Morgen,
mit dir vergisst man all die Sorgen.
Gefühle sind wie die sternenklare Nacht,
dir was fehlt wenn du allein aufwachst.
Wenn du solch Gefühle hast,
dass du denkst dein Herz zerplatzt.
Und dich nur noch ein Gedanke plagt,
hab ich es dir heute schon gesagt?
Ohne dich fühl ich mich leer,
denn,
Ich liebe dich so sehr!

Ich und mein Schatten

Ich und mein Schatten

Ich sitze in meinem Zimmer,

eine Kerze brennt.

Die Schatten spielen mit dem Feuer.

Das Spiel was sie spielen ist mir fremd geworden.

Ich sitze da,

schau ihnen zu.

Dieses Spiel mich erinnern lässt.

An alte Zeiten, wo ich einst glücklich war.

Die Erinnerung lässt mich lächeln, doch mein Blick bleibt starr.

Die Schatten sich lieben.

Alte Gefühle kommen auf.

Eine Träne zerläuft mir übers Gesicht.

Das Spiel der Schatten mich immer mehr hinreist.

Wie gebannt schau ich ihnen zu.

Einer der Schatten, soll ich das sein?

Zärtlich den anderen liebkost.

Ein Windstoß,

die Kerze erlischt.

Ich schließe das Fenster.

Und zünde die Kerze neu an.

Der Schatten der ich sein soll,

ist allein und alt geworden.

Bin das noch ich, der einst so glücklich war?

Ist er ein Abbild meiner Zukunft?

Nein,

so darf es nicht sein.

Ich schrecke auf und blass die Kerze aus.

Spüre das ich lebe und will gehen.

Doch die Kerze,

wie von Geisterhand,

sich wieder entzündet.

Ich drehe mich um und sehe den Schatten.

Er ist wieder jung und spielt das Spiel,

das sich Liebe nennt.

Ich sehe zu,

fang an zu lachen und verlass den Raum.

18.12.1997

Willst du mich?

Ich schleich vorbei, doch schweig ich nicht
ich komme schnell, zeig mein Gesicht
ich nehm mir den, der mir befohlen
kann jeden allzeit zu mir holen

Keiner sagte, vielen Dank
Keiner wurde von mir krank
Keiner unterstützte mich,
alle waren gegen mich

Alle sagten, bleib mir fern
Alle hatten mich nie gern
Alle liebten nur das Leben
Niemand wollte es mir geben

Niemand wollte mich mal fragen
Niemand wollte Bitte sagen
Niemand dachte hier an mich
Jeder war fixiert auf sich

Jeder will dass alles passt
Jeder will dass ihr mich hasst
Jeder denkt ich bin so schlecht
bin dunkel alt und ungerecht

Doch saget mir, wenn ihr es wisst
Wurd ich von dir noch nie vermisst?

Jeder will sein tolles leben irgendwann mal weiter geben
Niemand spricht und alle schweigen, keiner will es offen zeigen.
Dennoch kenn ich dich genau, du bist nicht dumm, doch ich bin schlau…

So denk, was du zu denken wagst
so tu, was du zu tun vermagst
und lass dir nicht dein Kreuz verbiegen
von Gesellschaft, Konsum und anderen Intriegen

Leb dein Leben gut und treu ohne Panik oder Scheu
und wenn du dies dann gut vollbracht, dann hat das Leben Spaß gemacht
dann bist du stolz und sieht auch ein, es darf auch mal zu Ende sein
du rufst mich und du bist bereit für mich und meine Ewigkeit…

Eine graue Welt

So einsam und so nah,
So verschwommen und so klar
So müde und doch wach,
So dunkel und doch Tag

Es sieht mich an, ein fragend Blick
Was ist geschehen, wo ist mein Glück
Wo ist das Haus in meinem Land
Wo ist das Leben, dass ich gekannt
Warum bin ich denn jetzt allein
Warum ist alles nun so klein

Des Kindleins Augen klein und nass
Ich spüre Wut, ich spüre Hass
Was tat man ihnen schlimmes an
Was ein Mensch vollbringen kann

Die Füße stehen hoch im Dreck
Was macht da schon ein kleiner Fleck
Die Nase rot, die Finger blau
Die Welt liegt hier im dunklen Grau

Die Mütter schreien, was ist geschehen
Ein stilles Wort, ein stummes Flehen
Eine Träne hier und dort
Das bunte Leben, dass ist fort

Den Kopf zur Seite noch gewand
Das kleine Kind, dass dort noch stand
War verschollen in dunkler Nacht
Nur Mond und Sterne es bewacht

Der Panzerglaswürfel

Bodenlos schalldicht und doch transparent
Beobacht‘ ich hinter sechs Panzerglaswänden
Ausdruckslos schweigend und indifferent
Den tobenden Krieg seine Freiheit schänden.

Von Kämpfen verfärbt, verdreckt, verstaubt,
zeigen nur Lücken noch Szenen der Schlachten
und einzig die Hoffnung steht aufrecht und glaubt
ganz still einem Ende entgegen zu trachten.

Zunehmend finster wird es jetzt hier drin.
Bald dringt nichts mehr durch von all dem Getose.
Vollkommen gleichgültig geb‘ ich mich hin,
Verlier’ mich im Denken ins Grenzenlose.

Gefangen in schwankender Klaustrophobie
Zucke ich plötzlich erschrocken zusammen;
Auf einmal in mächtiger Euphorie
Frisst Regen den Dreck auf wie unter Flammen.

Und durch alle Fronten des Regens hindurch
werfen die Lichtstrahlen lebhafte Töne
von jenseits des Würfels zu mir hindurch
in Hoffnung, dass ich mich mit ihnen versöhne.