Verloren

Jahre ists her,

doch fällt es mir noch immer so schwer,
wie am ersten Tag,
wenn ich daran zu denken vermag,
das eine andere das hat,
was ich nicht bekommen hab.
Der Ring am Finger,
das Leben im Bauch,
das alles ist für mich für immer Schall und Rauch.
Versunken in Erinnerungen,
bleibe ich allein zurück,
mit dem Wunsch:

Ich will Dich zurück!!!

Leiden

Die Augen so wund,
vom ewigen weinen.
Die Seele geschunden,
vom vielen leiden.
Auf der Suche nach dem Sinn,
wo führt das alles hin?
Der beste Freund ist nur mein Traum.
Die Angst zu erwachen,
lässt die Sache noch schmerzhafter machen.
Im Traum bist Du da,
bist mir so nah.
Ich kann Dich spüren,
Dich berühren.
Doch wach ich auf,
ist alles aus.
Die Leere in mir lässt mich begreifen,
ich bin verdammt zum ewigen Leiden!!

Mit der Zeit umgehen

… Tage, Stunden und Augenblicke ausschöpfen und so sich mit den Grenzen der Zeit befreunden.
Jedem Tag sein eigenes Recht geben; dem Spiel, dem Gespräch, den Plänen, dem Werk, der Fröhlichkeit, dem Nachdenken und dem Schlaf seine eigene Schönheit und Schwere lassen, und so auch den letzten Tag mit Vertrauen durchleben.
Nach Möglichkeit nichts tun, dessen Wiederholung man nicht wünschen könnte.
Allabendlich jeden Streit beenden und Vergebung für die eigene Schuld erbitten und dies so, daß es nichts Ungewöhnliches, sondern etwas Tägliches ist. Darauf vertrauen, daß man Vergebung empfangen hat, von Gott und den Menschen, und dafür danken.

Jörg Zink

Die schlimmsten Abschiede sind nicht solche derer man wehmütig oder zornerfüllt gedenkt,die mit großem Paukenschlag vonstatten gehen und monumental ihren Höhepunkt finden.Nein,es sind die welche im stillen,stummen Einvernehmen unbemerkt geschehen.Kühl,mit einem Anflug von Gleichgültigkeit und dem Geschmack des faden Alltäglichen.Dem sich zutragen einer nichtigen Begebenheit…..

Der vertrauenswürdige Hans E. Doppler

Arbeit. Büro. Eile. Vertrauenswürdig war er schon, was für ihn sprach. Dies sprach immer für ihn (für jedermann wohl), trug bisher auch zu seiner Beliebtheit im Kollegenkreis bei. Er wollte das nicht so recht wahrhaben, denn er hielt viel mehr auf seine Leistungsfähigkeit. Gegen das Vertrauen, das man ihm täglich entgegen brachte, wusste er aber nichts einzuwenden, da es in seinen Augen zur erfolgreichen Ausübung seines Jobs gehörte. Leistung war hier ohne eine gute Vertrauensbasis kaum möglich. Aber: Die Kollegen sollten ihn persönlich nicht mögen. Es war ihm geradezu lästig, dieses Mögen, wenn er es auch nicht offen zeigte. Das zu zeigen war ein Ding der Unmöglichkeit. Ein gewisses Ausmaß an Heuchelei gehört allerorten bis heute zur Kollegialität, was er im Grunde schon damals recht bedauerlich fand.

Eine Kollegin war für ihn ziemlich anstrengend geworden. Sie sei seiner nicht würdig, dachte sie andauernd, wie sie ihm auch hinten herum mitteilen ließ. Er fand das … nun ja, es war am Arbeitsplatz ziemlich deplatziert. Was wollte sie?
Einmal guckte sie ihn ganz fasziniert an, so dass er wegschauen musste, denn der Druck war allzu groß. Er vergrub sich in seiner Arbeit. Die Bürolampe leuchtete bis in den späten Abend hinein. Er aß im Büro. Denn sie war schließlich nicht mehr anwesend. Und sie? Sie vergrub sich liebevoll in seinem Haarschopf, wie sie imaginierte, um es kurz darauf einer Freundin am Arbeitsplatz mitzuteilen. Und späterhin die kursierenden Trennungsgerüchte dementierte, die sie selbst in der Firma in Umlauf gebracht hatte.

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