Dunkle Lösungen

Wärmen mir auch Deine Worte
Meine kalten Füße auf
Rauchen wir auch milde Sorte
In dem milchig, sanften Licht
Weiß ich um die Dunkelheit
Die dann wieder aus Dir bricht.

Sorge Dich um Deine Seele
Schiebe nicht den Arm um mich
Um zu fühlen wie es wäre
Käme einer nah an Dich.

Zeige mir die blauen Lippen
Fröstel unter allen Decken
Eiszeiten im Dachgeschoss
Und die Wand hat Schimmelflecken.

Öffne Deine großen Poren
Lass mich unter Deine Haut
Lass den Frühling auf sich warten
Du bist mir im Jetzt vertraut.

Wärmen mir auch Deine Worte
Meine kalten Füße auf
Rauchen wir auch milde Sorte
In dem milchig, sanften Licht
Weiß ich um die Dunkelheit
Die dann wieder aus Dir bricht.

Die Ferne

Wie kann ich sagen, dass ich traurig bin,

ohne euch zu verletzen?

Wie kann ich sagen, ich vermisse euch,

ohne den Schmerz mit Tränen zu vernetzen?

Ihr seid das Licht in meinem Leben,

eine bitter-süße Wunde, die in mir brennt.

Diese Wunde, das Wertvollste was ich habe,

sowie jedes Meer der Sehnsucht,

das aus meinem Auge rennt,

Wenn uns wieder die Ferne teilt,

lebt die Erinnerung, die ich in mir trage.

Der Engel meiner Liebe soll euch beschützen,

Mit seiner Umarmung eure Sorgen lindern.

Mit seinem wunderschönen Lied die Narben des Lebens,

in euren Gesichtern mildern.

Brief an den Vater. Orginalfassung (Taschenbuch)

Brief an den Vater. Orginalfassung

Franz Kafkas Brief hat den Vater nie erreicht. Dagegen fand der Text durch Max Brods posthume Edition eine breite Leserschaft: Die Klage des Sohnes über den übermächtigen Vater wurde zu Literatur. Kafka scheint sich in die Reihe der Protagonisten seiner Erzählungen einzugliedern; wie Georg Bendemann im »Urteil« stellt er fest: »Mein Vater ist immer noch ein Riese.« Der Brief an den Vater ist Mittler zwischen Werk und Wirklichkeit. Nicht nur die äußeren Lebensumstände (more…)