Liebe und Kummer?!

Liebe und Kummer- wie können solch gegensätzliche Begriffe so eng miteinander verknüpft werden?

Liebe sollte für Geborgenheit, Wärme und Stärke stehen. Der Kummer hingegen steht für den inneren Rückzug, Verletzlichkeit, aber vorallem für die Enttäuschung. Eifersucht ist dabei vielmehr nur ein Anzeichen für das enttäuscht sein. Man muss sich bitter eingestehen, dass man sich getäuscht hat. Spätestens dann, wenn man merkt, wie all die schönen Bilder und Gedanken in einer Sandburg ineinander stürzt, wenn man trotz des Schmerzes des geglaubten Schatzes gleichzeitig Wut empfindet, spricht man dann von Liebe? Oder ist der Mensch in diesen Augenblicken einfach nur naiv und belügt sich selbst? Drehen und wenden, damit sich das Bild erweitert und es vielleicht vollständig wird. Ist es nicht schön sich in Traumwelten zurück zu ziehen und den Begriff der Illusionen noch weiter zupreisen?

Doch Spätestens dann, wenn Liebe und Kummer wieder zueinander finden, wird das Puzzle neugemischt und es liegt an uns, ob sich in diesem Bild Liebe und Kummer wiederfinden oder ob sie sich für immer verloren haben!

Restzeit

1. Zwei Maßbänder würden wohl reichen. 300 Zentimeter, 300 Tage, ein knappes Jahr. Für jeden Tag der Restzeit war ein Zentimeter abzuschneiden. Den Brauch kannte er vom Hörensagen. Er holte noch einmal das Arztgespräch aus seiner Erinnerung. Vielleicht würde er noch ein halbes Maßband zusätzlich benötigen. Für die Maßbandschnipsel hatte er sich eine rote Dose zugelegt. Ihren Platz erhielt sie auf dem sonst leeren Schreibtisch. Einen anderen Verwendungszweck hatte er für ihn nicht mehr.

2. Fünfzehn Zentimeter abgeschnitten. Fünfzehn unruhige Nächte. Müdigkeit triumphierte am Tag. Gedanken beherrschten die Nächte. Gedanken sind oft stärker als Müdigkeit. Vor seinen geschlossenen Augen zogen Bilder vorbei. Bilder von Menschen. Menschen, die es mehr als er verdient hatten, sich Maßbänder zulegen zu müssen. Menschen, die ihm bei den Maßbändern um viele Zentimeter voraus sein sollten. Nicht um Zentimeter, um Meter. Er empfand es als ungerecht, dass er und nicht sie Zentimeter abzuschneiden hatte. Er fasste den Beschluss, für mehr Gerechtigkeit zu sorgen.

3. Die Auflagen der örtlichen Zeitungen stiegen täglich. Ungeklärte Todesfälle waren schon immer gut für das Geschäft. Nicht nur für die örtlichen Zeitungsverlage. Berichterstatter überregionaler Blätter benötigten Unterkünfte, benötigten Mahlzeiten. Die Arbeitsplätze im örtlichen Hotel- und Gaststättengewerbe waren sicherer geworden. Die Überstunden der Polizei wurden nicht bezahlt. Sie waren später mit Zusatzurlaub zu verrechnen. Immerhin war eine Beförderungsstelle für die Leitung einer Sonderkommission geschaffen und besetzt worden. Der Dienststellenleiter war froh, dass er ein treues Mitglied seines Hofstaats hatte belohnen können.

4. Die Maßbandlänge nahm ab, die Zahl der Menschenbilder nahm zu. Ein Bild durchgekreuzt, zwei neue Bilder hinzugekommen. Sein Ziel, mehr Gerechtigkeit, wollte sich nicht vom Horizont lösen, wollte sich nicht greifen lassen. Bei jedem Annäherungsversuch wich das Ziel zurück. Noch glaubte er an den Erfolg seiner Mission. Noch war er stark genug für Geduld. Er begann, Maßbandschnipsel mit Anfangsbuchstaben von Namen zu versehen. Wenigstens Teilerfolge sichtbar und aktenkundig machen.

5. Die Kommission sammelte, sichtete und ordnete Material. Mit jedem neuen Toten kam neues Material hinzu. Noch gab es keine Gesetzmäßigkeiten, die zu einem Täter hätten führen können. Noch fehlte eine erkennbare Linie. Noch bekam man keinen roten Faden zu fassen. Keine Gemeinsamkeit hinsichtlich des Alters. Keine Gemeinsamkeit hinsichtlich des Geschlechts. Keine Gemeinsamkeit hinsichtlich des Berufs. Keine Gemeinsamkeit hinsichtlich des Einkommens. Keine Gemeinsamkeit hinsichtlich der Tatumstände. Auch Motive waren noch nicht zu erkennen.

6. Die 150 Zentimeter des ersten Maßbandes lagen in der Dose. Auch das zweite Maßband hatte schon an Länge eingebüßt. Die andauernden Schmerzen wurden von ihm nur schwach wahrgenommen. Sie blieben im Hintergrund. Er wusste, dass sie da waren, spürte sie aber kaum. Sein Arzt war geradezu virtuos beim Einsatz von Medikamenten. Nur die Müdigkeit nahm täglich zu. Die Nächte waren immer noch beherrscht von Bildern. Er kannte so viele Menschen, die sein Schicksal mehr verdient hatten als er.

7. Es war hilfreich, dass die Datenmenge wuchs. Bei einem Teil der Toten wurde ein gemeinsames Merkmal erkannt, die Betriebszugehörigkeit. Die Daten der andern wurden dem Betrieb zur Prüfung vorgelegt. Einige der Betriebsfremden hatten dort ihre Lehrzeit absolviert. Einige fand man in der Kundendatei. Die Sonderkommission wurde verstärkt. Die Überprüfung von mehreren hundert Personen im Innern oder im Umfeld des Betriebs war möglichst schnell zu erledigen. Vertreter des größten überregionalen Sensationsblatts waren inzwischen vor Ort. Die Notwendigkeit von Fahndungserfolgen wuchs von Tag zu Tag.

8. In der Schublade einer Kommode im Keller hatte er ein unvollständiges Maßband gefunden. Er wusste, dass es reichen würde. Alle andern Schubladeninhalte wurden der Müllhalde übereignet. Der Arzt sah keine Möglichkeit, die Medikamente höher zu dosieren. Die Müdigkeit hatte ihn nun fast ganztägig im Griff. Auch nächtliche Bilder blieben aus. Er hatte der Gerechtigkeit zum Sieg verholfen. Was getan werden musste, war getan. Es war vollbracht.

9. Der Leiter der Sonderkommission fuhr persönlich vor. Seine Begleitung war zahlreich. Das schuldete er seiner Bedeutung. Die bevorstehende Verhaftung würde die glänzende Bestätigung seiner Beförderung werden. Es war kein großes Hindernis, dass auf das Läuten niemand reagierte. Zwei Spezialisten hatten die Haustür schnell geöffnet. Die menschenleere Wohnung enttäuschte ihn. Eine gründliche Durchsuchung lieferte keine verwertbaren Hinweise. Alle Schränke und Schubladen waren leer. Die rote, urnenähnliche Dose auf dem Schreibtisch enthielt nur Maßbandschnipsel. Ihre große Anzahl verwirrte ihn. Die Buchstaben, die auf manchen zu sehen waren, sagten ihm nichts. Eine verschlüsselte Botschaft vielleicht. Er schickte zwölf Mann aus, um die Nachbarschaft nach dem Verbleib des Gesuchten zu befragen. Sie kamen zurück mit seiner neuen Adresse. Grab sieben, Reihe drei, Hauptfriedhof.

Eine Sucht nach der ich mich sehne?!

Tief in mir spür ich diese ständige Sucht!SEHNSUCHT- nach etwas oder jemanden, der diese Sucht mindert, sogar stillen kann.In Suchtfällen wird geraten den Arzt aufzusuchen, doch gibt es für diese Sucht keine Arznei, die verschrieben werden kann. Unter den Risiken steht geschrieben: Eine Sucht, die einzigartig ist- niemand kann sie erfühlen oder vohersehen.

SEHNEN

Sich nach Jemanden sehnen, der irgendwo sich irgendwann finden lässt. Doch sie quält mehr und mehr und die Hoffnung auf Besserung nimmt ab.

„Es gibt jemanden, der es liebt Sie zu sehen, Sie zu riechen und zu schmecken“, heißt es in den Ratgebern.

Wenn tatsächlich diese eine Person existiert, die meine Sehnsucht stillen kann- wo ist er dann? Wo befindet sich dieses Gegenmittel?Fragen, die mir keiner beantworten kann, bis auf eine Person, die Person die diese Sehnsucht in mir entflammt hat!

GUTEN MORGEN

Guten Morgen liebe Sonne, 

es tut gut dich schon zu seh`n, 

weckst mich mit deinen Leuchten, 

fällt`s leicht mir aufzusteh`n. 

Verdrängst durch deine Strahlen den Mond, 

auch kein Stern ist mehr in Sicht. 

Verläßt Finsternis den Horizont, 

Helligkeit durch Wolken bricht. 

Erlebest und genießt den Morgen, 

die Amsel laut verkünd`t ihr Lied. 

Öffnet Augen, höret hin, 

ein neuer Tag, der nun beginnt. 

Abends ist die Sonne müde, 

übergibt ihr Licht den Mond, 

dieser strahlt hin zu den Sternen , 

zu betrachten es sich lohnt! 

So vergeht dann auch der Abend, 

und die Nacht, sie bricht herein. 

Schließ jetzt müde deine Augen, 

sollst dich auf den Morgen freu`n. 

 

Guten Morgen liebe Sonne, 

ein neuer Tag er kehre- 

und du, du bist die Hauptperson 

in dieses Spiels Premiere!