Veränderung oder alles seinen eigenen Weg finden lassen.

Wenn ich, wie so oft, über das Leben auf diesem Planeten rum studiere dann fällt mir oft auf, dass alles Leben einfach seinen Weg geht und jedes noch so kleine Teilchen seine Lösung scheinbar schon in sich trägt. Dass das Universum einfach ist und die Erde sich dreht egal wie mein Leben verläuft. Alles unabhängig von einander und doch zusammen.

Ist das Gleichgewicht also wirklich nicht vorhanden wie so viele behaupten? Mann kann das Ganze wahrscheinlich nicht beurteilen, da man das Ganze gar nicht sehen kann. Ist die Natur nicht auch einfach nur in uns oder besser, sind wir nicht auch Natur und ihren Gesetzen letztlich unterworfen?

Ist Gier, Macht und Resignation nicht schlicht eine Natur des Menschen und das er sich selbst quält und zerstört nicht auch irgendwo sinnvoll? Denn entweder er wächst daran oder, falls nicht, wird aussortiert. 

Verbesserungswürdig ist der Mensch allemal doch ich denke man sollte nicht vergessen das er ist wie er ist. Denn man kann auch aus einer Zitrone keinen Apfel machen weil Äpfel vielleicht besser schmecken. 

Montreux oder Die Vögel sind nicht freier als wir

licht verbrannte im nachmittag zu goldfäden. sie durchwirkten wasserflecken, die als schwimmende teppiche ankamen und wegtrieben. häuser wuchsen wie fremd in die hänge der überragenden berge. an den steinrändern ruhten unentwegt wolken. in ihren gefässen trugen sie den regen kommender tage, er reifte in der stille wechselnder lichtfarben. verlegen erröteten felsflecken zwischen dem grün hochwachsender wälder.

am ufer schwebten wasservögel durch die windstille luft, ihre flügel falteten die wärme des abends mühelos auseinander. sie schienen frei und ihre freiheit schien grenzenlos. einzig es blieb ihre freiheit und sie war nicht austauschbar mit den wünschen der menschen, zu abstrakt war der vergleich. die menschen hatten ein eigenes weites meer in sich, das ihnen alle möglichkeiten offen liess – alle möglichkeiten zu leben.

aus wolkenschössen trieben im ankommenden abend lichtschienen. sie spiegelten sich in den saxophonen der musiker, die ihre klänge auf hörseiten schrieben, wild, zügellos, ungehemmt und dann wieder leise, zärtlich, fast schüchtern. schritte veränderten die bewegung zum klang der musik, leise formten sich lippen im takt. in der ferne verbrannte die stille im blau, in den häfen hatten sie die segelschiffe abgeerntet. der blick in die weite war erbarmungslos frei.

© Hermann Josef Schmitz

Riesenrad – Lebensrad

Endlich bin ich am Rummelplatz
angekommen. Ich sehe das Riesenrad
sich dreh’n. Auf mich wirkt es
wunderschön.

Als es vor mir anhält, steige ich hinein.
So wie das Riesenrad sich dreht, wird es
auch für mich weitergeh’n.

Viele Menschen versuchen an unserem
Lebensrad zu dreh’n-bestimmen generell-
dass sich unser Rad dreht,
langsam und auch schnell.

An meinem Lebensrad
drehe immer noch ich selbst.
Im Riesenrad
geht es jetzt weiter ganz nach hochoben
zum herrlich blauen Himmelszelt.

Für mich grenzt es fast an ein Wunder,
weit, sehr weit kann ich in die Ferne seh’n.
Schaue über den Horizont-
kann erst jetzt viele Dinge des Lebens besser versteh’n.

Hier oben in den klaren Lüften
weit und breit herrscht
unendliche Ruhe, Frieden
und Geborgenheit.

Das ist es, was ich mir
wünsche und ersehne.
Nur so soll sich mein Lebensrad
immer weiter dreh’n.

Schloss Landshut

am ende des tages durchbrach die sonne schichten aus grauen wolken und entwarf sich in langen streifen auf sattem gras. blüten scheuten das späte erwachen, bäume hingegen verbeugten sich vor der stunde. im aufgeschichteten grün der baumschösse schauderten regentropfen vergangener zeit. schattengitter vergingen, wenn wir uns bewegten und kamen und vergingen. brücken mit geschwungenen flügeln lagen als transparent auf dem wasser, dunkel und zärtlich der spiegel ihrer bewegungen. unsere schrittlängen glichen sich an, wir brauchten keine hände, um den weg gemeinsam zu kennen. manchmal fielen worte und augen entzündeten sich vor glück. im rosennest lagen blüten, pergamentdünn und verblühend in ihrer ganzen schönheit. die feuchte luft ungebundener stunde trug ihren reifen duft in das verlangen einer entführten nacht.

© Hermann Josef Schmitz