Ganz plötzlich war es wieder da

Ganz plötzlich war es wieder da

Mit dem ersten Herbstnebel
ist es heute
ganz früh schon
aufgezogen

Ein fast vergessenes
Gefühl von damals
aus Überschaubarkeit
und letztem Ferientag

Auf einmal riecht es wieder
nach Schuljahrsbeginn
und Mopedfahrten in die Stadt

Der öde Sommer ist vorbei

Hinter der alten Kirche
wartet mein Bücherladen
mit geheimen Schätzen
auf mich

Die Luft ist voll vom Duft
des überreifen Obstes
und dem bohrenden Klang
gierig kreisender Wespen

Auf schmalen Schotterwegen
hin zu den Teer bestrichenen Ufern
des tief in sandige Kiefernwälder
eingekerbten Kanals

zieht es mich
unaufhaltsam

bis an die Grenzen
meiner fachwerkverzierten Welt
hinaus

Am Boden

Flach auf der Erde
kriechend im Kreis
zu nah am Boden
um ein Ziel zu erkennen

Rufe zerkrächzen
an eitrigen Stimmbändern
und Lippen aus rissigem Schorf

Stürme weit her
von leblosen Monden
aus flüssigem Gas

reißen den Kopf
brutal ins Genick
sobald der Blick
sich zu heben versucht

Immer enger gewunden
tierhaft geduckt

bis es
rasend spindelnd
um sich selbst

in einem
einzigen Punkt
zusammenstürzt