Ich hätte nie gedacht,…

Ich hätte nie gedacht,

daß es so einfach  ist,
über die Einsamkeit zu schreiben,
inmitten all dem Trubel.

Und doch ist es so!

Wenn ich um mich blicke
sehe ich die Einsamkeit;
hinter den Augen der Menschen
unter einer Maske verborgen.

Hinter der Maske!

Wer nur wird uns wärmend umfangen?
Stein, Baum, Tier, Mensch;
wer schließt wen in die Arme,
um die Einsamkeit zu ertragen
inmitten all dem Trubel?!
All die Ruhelosigkeit,
in der wir unser Licht verloren haben.

Das Licht, um uns zu wärmen.

Lachen ohne Maske, Weinen auch!
Lieben ohne Maske!
Streiten, mit dem sanften Willen
hin zur Wahrheit.
Damit wir den anderen hinter seinen Augen
wieder finden, und das Leuchten seiner Seele,
um uns zu wärmen.

Ach, wenn ich …

die Tränen doch sammeln könnt!
Die Lauten, und die welche keiner benennt.
Gleich einem kostbaren Gut
trüge ich sie in den Himmel hinauf.
Verwandelt in Tropfen aus Liebe und Glück,
bring ich sie in mir wieder zurück.

Schenke mit Frieden sie aus mir heraus!

Den Straßenkindern, mit den verlassenen Eltern.
Den Bettlern neben den Heimatlosen.
Hinein ins Gefängnis!
Zu den am Boden Zerstörten, den Hungernden, Armen,
den Freud- und den Friedlosen.

Schenkte sie her,
denen, die einsam alleine gelassen.
Zu dem auch, der niemanden kennt,
sich selbst Feind ist und keinem vertraut.
Auch dem, vor dem es mir graut.
Der mich mit seinen Taten lähmt
und durch sein Schweigen nicht kennt.

Liebe und Frieden
für den Menschen auch, der scheinbar versagt,
seine Wahrheit nicht nennt
und die Natur als den Ursprung verkennt.

Ach, wenn ich die Tränen doch sammeln könnt,
von denen, die man mit Macht bedrängt.
- Frieden und Liebe machten sie frei –
- Ach, wenn ich die Tränen verwandeln könnt –
Zur Freude in mir,
zur Liebe mit dir,
zur Freiheit in uns!

Meine Hände

fühlen die Kraft der Erde.
Ich greife Sand und Quarz, braune schwere Krume.

Meine Hände

streichen über die ersten Frühlingsblüten.
Ich atme ihren Duft und werde zum Schmetterling,
der in sie eintaucht , schmeckt,
und mit dem Wind davonfliegt.

Meine Hände

finden das Wasser, das sie umfließt,
sanft und mächtig zugleich.
Diesen Lebensstrom spüre ich auch in mir,
unfaßbar.

Meine Hände

nähern sich dem Feuer.
Es droht mir, mich zu verbrennen,
wenn ich seine Wärme nicht in mich nehme
und zur Flamme werden lasse.

Meine Hände
finden deine Hände;
die sanfte, kraftvolle Feste deiner Haut.
- Verbrennen am Blick aus deinen Augen,
welcher der Spiegel meiner Seele ist
- voller Feuer!
Ich streichle durch dein Haar, und atme dich.
Spürst du die Wärme meiner Hand,
mit der ich nach deinen Lippen taste?
- Warst Du nur ein Traum,
der mit dem Wind davon schwebt?
- Oder weckst Du mich mit Deinem Kuss?!